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Bełżec, Sobibór, Treblinka - die vergessenen Mordlager des Holocaust

Diese Bildungsreise im Oktober 2017 thematisiert die Geschichte und Bedeutung der Mordlager der so genannten Aktion Reinhardt. Neben den Besuchen der heutigen Gedenkstätten bietet diese Reise tiefe Einblicke in unterschiedliche Aspekte des Holocaust in Ostpolen. Thema ist auch der Umgang mit dem jüdischen Erbe (Friedhöfe, Synagogen, etc.) seit 1945.
Wann 30.09.2017 um 09:00 bis
07.10.2017 um 06:00
Wo Lublin
Name
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Drei Nationen

Die Bildungsreise zu den ehemaligen Vernichtungslagern der „Aktion Reinhardt“ wird in Kooperation mit der niederländischen Stichting Sobibór und dem polnischen Verein Studnia Pamięci (Brunnen der Erinnerung) veranstaltet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Deutschland, aus den Niederlanden und aus Polen.

Sprache

Ein Teil der Führungen, Vorträge ist in englischer Sprache.
Für alle deutschsprachigen TeilnehmerInnen, die keine oder nicht ausreichende englischen
Sprachkenntnisse haben, steht ein Übersetzer zur Verfügung.

Gedenkstätte Belzec

Die Bildungsreise

Geprägt wird diese Bildungsreise durch den Besuch der ehemaligen Mordstätten des Holocaust - Bełżec, Sobibor und Treblinka. Gemeinsame Rundgänge und die Möglichkeit das Terrain individuell wahrzunehmen, ermöglichen einen kennen lernen der Topografie .und der Geschichte der Mordlager. Aber auch die Umgebung persönlich aufzunehmen und zu erfahren.

Mit dem Besuch der Orte ist die Geschichte des Leidens der Jüdinnen und Juden auf dem Weg in den Tod verbunden. Die Deportation aus ihren Wohnorten, die Qualen der Fahrt zum Mordlager und die letzten Stunden, Minuten nach Ankunft im Mordlager. Dazu gehört auch das Schicksal von einigen tausend verschleppten Menschen, die im Mordlager von den Tätern zur Arbeit gezwungen wurden. Die Frage nach den Tätern, den Mitwissern und Zuschauern begleitet uns während der Bildungsreise. Mit ausgewählten Biografien werden die unterschiedlichen Täter zur Diskussion gestellt. Vom Exzesstäter über den Gleichgültigen bis zum Verzweifelten. Die große Zahl der Mitwisser und Zuschauer beim Mord an der jüdischen Bevölkerung stellt die Frage der Schuld nicht nur mit Blick auf die Täter. Der Umgang der polnischen Gesellschaft mit den Orten des Mordes und dem jüdischen Erbe sind ständig präsent. Beide Fragen werden bei der Bildungsreise thematisiert. Zum Beispiel sind die Leiter der verschiedenen Gedenkstätten eingeladen um über die Geschichte und aktuelle Situation der Gedenkstätten zu berichten.

Das Tagesprogramm


30. September, Samstag

Anreise

Wir reisen mit der Bahn von Berlin nach Lublin.
Unser Zug fährt morgens am Berliner HBF ab. Für die Verpflegung während der Anreise müssen die TeilnehmerInnen selbst sorgen. Allerdings wird es ein Abendessen in unserem Hotel für uns geben.

1. Oktober, Sonntag

Der Tag beginnt mit einer Vorstellungsrunde der TeilnehmerInnen.
Anschließend wird Anna Zawadzka, Mitarbeiterin bei der Polnischen Akademie der Wissenschaften die Situation der jüdischen Bevölkerung Polens vor dem Zweiten Weltkrieg einführen. Dabei steht das Verhältnis zwischen jüdischer und christlicher Bevölkerung im Mittelpunkt.

Bei einem Rundgang durch das ehemalige Ghetto von Lublin werden wir uns anschließend mit den Lebensbedingungen der jüdischen Menschen im Ghetto und in der Nachkriegszeit auseinandersetzen.

Bis zum Einmarsch der Deutschen 1939 war Lublin ein Zentrum der Chassidismus, des orthodoxen Judentums in Osteuropa. Von den 122.000 Einwohnern Lublins waren zu diesem Zeitpunkt 40.000 Juden. Wie auch in anderen polnischen Großstädten wurde die Stadt nach dem Einmarsch der Deutschen in Sektoren aufgeteilt und ein jüdisches Ghetto eingerichtet. Vom 17. März bis zum 20. April 1942 wurden etwa 30.000 Lubliner Juden ermordet – die meisten von ihnen im Vernichtungslager Bełżec. Nach dem Ende des Krieges, in der sozialistischen Ära Polens, wurde die jüdische Geschichte der Stadt und der Holocaust weitestgehend ignoriert. Erst seit einigen Jahren beginnt man sich wieder der jüdischen Vergangenheit zu erinnern.

Unser Nachmittagsprogramm beginnt mit einer Einführung in die Geschichte der „Aktion Reinhardt“. „Aktion Reinhardt“ – das war der Codename der deutschen Nationalsozialisten für die systematische und millionenfache Ermordung der jüdischen Menschen, die während des 2. Weltkrieges in Polen lebten. Insgesamt wurden während der „Aktion Reinhardt“ über 1.700.000 Millionen Menschen ermordet. In Lublin war die Zentrale dieses Massenmordes untergebracht.

Im Anschluss gehen wir zu Orten in Lublin, von denen aus die „Aktion Reinhardt“ organisiert wurde. Anhand von Biografien stellen wir deutsche Täter vor.

2. Oktober, Montag

Wir fahren von Lublin aus nach Südosten auf der Bundesstraße Richtung polnisch-ukrainische Grenze.

Auf dem Weg in das frühere jüdische „Schtetl“ Izbica stoppen wir in dem kleinen Städtchen Piaski. Jüdinnen und Juden aus Deutschland wurden in diesem abgelegenen Ort deportiert, bevor sie in den Mordstätten der „Aktion Reinhardt“ getötet wurden. Kaum bekannt ist, dass viele der aus Deutschland und anderen europäischen Ländern nach Ostpolen deportierten Jüdinnen und Juden zunächst in Durchgangslager wie Piaski oder Izbica gebracht wurden.

Izbica war vor 70 Jahren das grösste Transitghetto. In Izbica wurden hunderte Jüdinnen und Juden u.a aus Deutschland Tage, manchmal aber auch Wochen und Monate, interniert, bis sie weiter in die nahe gelegenen Vernichtungslager Bełżec oder Sobibór gebracht und ermordet wurden. Wie in Włodawa und anderen polnischen Dörfern und Kleinstädten, die wir besuchen, leben auch in Izbica gegenwärtig keine jüdischen Menschen mehr. Einzig ein jüdischer Friedhof erinnert an die Vergangenheit. Hier wurden im November 1942 tausende jüdische Menschen erschossen und verscharrt. Auf der Suche nach Spuren der Vergangenheit besuchen wir die ehemalige Rampe und andere Plätze im Ort. Dann besuchen wir die Schule von Izbica, mit der das Bildungswerk Stanisław Hantz bereits seit mehr als zehn Jahren zusammenarbeitet. Die Schüler und Schülerinnen werden uns von ihren Tätigkeiten berichten, mit denen sie die jüdische Vergangenheit Izbicas wach halten. Nach dem Besuch der örtlichen Schule werden wir auf einem zweiten Rundgang durch das Dorf Orte kennen lernen, die den Umgang der polnischen Bevölkerung mit der jüdischen Geschichte in der Nachkriegszeit beispielhaft darstellen werden.

Am Abend werden wir einen Vortrag zur Geschichte des jüdischen Lebens in Polen nach 1945 hören.

3. Oktober, Dienstag

Bełżec liegt etwa hundert Kilometer von Lublin entfernt, an der ukrainischen Grenze.

Historisch betrachtet war Bełżec das erste Lager der „ Aktion Reinhardt“. Hier begannen die Deutschen mit der Ermordung jüdischer Menschen in stationären Gaskammern. Innerhalb von zwölf Monaten tötete die SS dort etwa 500.000 Menschen mit den Abgasen von Panzermotoren. Seit Juni 2004 gibt es in Bełżec eine große Gedenkstätte mit Museum.

Auf der Rückfahrt von Bełżec nach Lublin besuchen wir die Renaissance-Stadt Zamość.


4. Oktober, Mittwoch

Treblinka war die größte Mordstätte der „Aktion Reinhardt“ und liegt in der Nähe von Warschau. Knapp eine Million Menschen wurden dort ermordet , vor allem Jüdinnen und Juden aus dem Warschauer Ghetto.

Bevor wir zur Gedenkstätte fahren, besuchen wir die Stadt Siedlce. Vom 22. bis zum 24. August 1942 wurden dort etwa 10.000 jüdische Menschen in die Mordstätte Treblinka verschleppt.

Nach unserem Aufenthalt in Siedlce fahren wir in die Ortschaften Wólka Okraglik und
Treblinka. Dort kamen alle Züge mit den deportierten Menschen an. Dort mussten sie warten, eingepfercht in die Waggons, bis die Waggons auf einer Nebengleisanlage in die Mordstätte geschoben wurden.

Anschließend Rundgang in der Gedenkstätte Treblinka.

5. Oktober, Donnerstag

An diesem Tag fahren wir zur Gedenkstätte Majdanek. Auf dem Weg dahin besuchen wir den so genannten "Alten Flugplatz". Dies war ein jüdisches Zwangsarbeitslager, in dem die Kleidung der Ermordeten der "Aktion Reinhardt" vor ihrem Abtransport in das Dritte Reich sortiert wurde. Unser Rundgang in der Gedenkstätte Majdanek beginnt mit der Geschichte der „Aktion Erntefest“. Am 3. und 4. November 1943 wurde die „Aktion Reinhardt“ mit der sogenannten Aktion Erntefest beendet. Etwa 42.000 Juden wurden in diesen zwei Tagen ermordet. Davon allein im Konzentrationslager Majdanek etwa 17.000 Juden.

Nach dem Besuch der Gedenkstätte Majdanek ist Zeit für einen Spaziergang durch Lublin , einkaufen und entspannen ..

6. Oktober, Freitag

Wir besichtigen die ehemalige Mordstätte Sobibór, die im Dreiländereck Polen, Ukraine und Weißrussland gelegen war.

Auf dem Weg dorthin besuchen wir die Stadt Włodawa, knapp zwanzig Kilometer von Sobibór entfernt. Von den etwa 10.000 Menschen, die vor dem 2. Weltkrieg in Wlodawa lebten, waren rund 7.000 Jüdinnen und Juden. Fast alle wurden in die Mordstätte Sobibór verschleppt und ermordet. In Wlodawa werden wir die ehemalige Synagoge besuchen und etwas über die jüdische Geschichte der Kleinstadt erfahren. Am 24. Oktober 1942 mussten sich etwa 5.000 Jüdinnen und Juden auf dem Sportplatz von Wlodawa sammeln, und von dort aus zum Bahnhof marschieren, wo sie in Viehwaggons getrieben wurden, Sportplatz und Bahnhof werden
Stationen unseres Besuches in Włodawa sein. Bis zum erfolgreichen Aufstand der jüdischen Häftlinge am 14. Oktober 1943 ermordete die SS im Lager Sobibór etwa eine Viertelmillion jüdische Menschen. Knapp 50 überlebende Häftlinge sind bis heute namentlich bekannt.

7. Oktober, Samstag

Rückreise

Wir reisen mit der Bahn von Lublin nach Berlin. Die Zugverbindung mit der Abfahrts- und Ankunftszeit steht erst mit der Veröffentlichung des Sommerfahrplans der Deutschen Bundesbahn zur Verfügung.

 

Unterbringung

Wir wohnen in Lublin im „Dom na Podwalu“, einem Gästehaus der Katholischen Kirche. Das über 300 Jahre alte historische Haus ist in der Lubliner Altstadt unterhalb des Schlosses gelegen.
Die Unterbringung erfolgt im Zwei-Bettzimmer. Gegen Aufpreis von 110,00 Euro ist die Buchung von Einzelzimmern möglich.

Anmeldungen

Wir bitten um frühzeitige Anmeldung, da sonst die Teilnahme nicht garantiert werden kann.
Der TeilnehmerInnenbeitrag beträgt 530,00 Euro. Im Teilnahmebetrag enthalten sind die Übernachtung, Vollverpflegung, An- und Abreise. Bei eigener Anreise nach Lublin, reduziert sich entsprechend der Teilnahmebeitrag. Die TeilnehmerInnen der Bildungsreise werden vom Veranstalter nicht kranken- und nicht reiseversichert.

Anmeldungen und Überweisung des Teilnahmebeitrages bitte an das Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. Kassel

Konto 1071 371 bei der Kasseler Sparkasse (BLZ 520 503 53)
IBAN            DE88 5205 0353 0001 0713 71
SWIFT-BIC       HELADEF1KAS.

Fragen zum Programm, Ablauf und Organisation der Veranstaltung beantwortet das Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V.:

Netti Gerhardt
gerhardt@bildungswerk-ks.de
Dörnbergstraße 11
34119 Kassel

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Termine
"Annäherung an Auschwitz" 05.05.2017 - 09.05.2017 — Auschwitz
Der Holocaust in der Westukraine 03.06.2017 - 10.06.2017 — L'viv, Ukraine
Bildungsreise Ghetto Litzmannstadt/Kulmhof 08.09.2017 - 12.09.2017 — Lodz
Bełżec, Sobibór, Treblinka - die vergessenen Mordlager des Holocaust 30.09.2017 - 07.10.2017 — Lublin
Der Holocaust in Litauen 20.05.2018 - 26.05.2018 — Vilnius
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