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Spendenaufruf

Liebe Freunde und Freundinnen des Bildungswerks

Seit über zehn Jahren kooperiert das Bildungswerk Stanisław Hantz e.V. mit dem Schulzentrum „Maria Konopnicka“ in Izbica, Ostpolen.

auszeichnung schule
Musiker bei der Preisverleihung in Izbica, Oktober 2014

Die Ortschaft Izbica befindet sich im Osten Polens, nicht weit entfernt von der Stadt Lublin. Bis zum Jahr 1943 war das Leben in der Ortschaft von den über 95 % jüdischen Einwohnern und Einwohnerinnen geprägt, das Städtchen entsprach dem Bild eines typischen Schtetls. Zu Beginn der 1940er Jahre, unter der deutschen Besatzung, änderte sich die Situation vor Ort grundlegend, bis Izbica schließlich von März bis November 1942 die letzte Station von etwa 26.000 Juden und Jüdinnen auf ihrem Weg in die Vernichtungslager Bełżec und Sobibór wurde. Bis heute kaum bekannt ist, dass darunter auch über 18.000 Menschen aus Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei waren, die zunächst in so genannte Durchgangsghettos deportiert wurden. Dort mussten sie unter ärmlichsten Verhältnissen zusammengedrängt an einem kleinen Ort leben. Viele Menschen, die nach Izbica deportiert wurden (wie auch die jüdischen Einwohner des Ortes selbst) starben aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen, weitere wurden auf offener Straße ermordet. Die meisten jedoch wurden auf der Bahnstation Izbicas in Züge getrieben und in die Vernichtungslager deportiert. Die Verladung der Menschen in Viehwaggons ging mit unvorstellbarer Grausamkeit vor sich. Viele wurden geschlagen und ermordet, weil sie nicht schnell genug waren oder den Befehlen der Nationalsozialisten nicht nachkommen wollten. Nachdem die letzten Juden und Jüdinnen aus der Ortschaft abtransportiert worden waren, veränderte sich der Charakter und es entstand ein polnisches Städtchen, in dem heute kaum etwas an die jüdische Vergangenheit erinnert.

Durch eine jährliche Bildungsreise bietet das Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. seit 1998 die Möglichkeit, sich über die Mordlager der Aktion Reinhardt, Bełżec, Sobibór und Treblinka, zu informieren und an die dort Ermordeten zu erinnern. Im Rahmen dieser Fahrt besuchen wir auch das ehemalige Transitghetto Izbica.

Unser Interesse bei den Besuchen in Izbica hat sich im Laufe der Jahre gewandelt: Mittlerweile wollen wir nicht mehr nur über die dramatischen Ereignisse von vor über 60 Jahren an diesem Ort informieren, sondern setzen uns auch aktiv dafür ein, die Erinnerung daran nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Deswegen entwickeln wir seit über 12 Jahren gemeinsam mit dem Maria-Konopnicka-Schulzentrum der Ortschaft Izbica Aktivitäten, um das Wissen um die Geschehnisse unter der deutschen Besatzung an Jugendliche und andere Interessierte in Izbica und Umgebung weiterzugeben und der jüdischen Opfer zu gedenken. Vielfältige Initiativen sind dabei in den Jahren entstanden, von denen einige hier aufgezählt sind:

 

  • der jüdische Friedhof Izbicas gibt heutzutage das Bild eines verwahrlosten Ortes, an dem nur wenige Grabsteine an seine frühere Gestalt erinnern. Für die meisten Bewohner der Ortschaft ist er nicht mehr als ein Durchgangsweg oder ein Treffpunkt, an dem man ungestört feiern kann. Gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen versuchen wir seit vielen Jahren dem entgegenzuwirken. So wird durch finanzielle Unterstützung des Bildungswerks Stanislaw Hantz e.V. der Friedhof von den Schülern und Schülerinnen regelmäßig gepflegt und gesäubert. Außerdem haben wir im Jahr 2008 in einer gemeinsamen Initiative mit der Maria-Konopnicka-Schule Tafeln auf dem Friedhof aufgestellt, die über die Geschichte des Friedhofs als Massenerschießungsstätte informieren und die Orte kennzeichnen sollten, an denen Massengräber vermutet werden. Diese Tafeln sind leider nach zwei Jahren zerstört worden

  • In den Jahren 2007 und 2009 haben wir an der Rampe der Deportationen in die Vernichtungslager im Jahr 1943 gedacht

  • Im Rahmen unserer Bildungsreisen fanden Treffen in der Schule von Izbica statt, auf denen über die jüdische Vergangenheit Izbicas gesprochen und über das Gedenken berichtet wurde

  • Aus Anlass von Wettbewerben, die wir gemeinsam mit der Maria-Konopnicka-Schule veranstalteten, beschäftigten sich Schüler und Schülerinnen in den Jahren 2003 und 2012 in künstlerischen, historischen oder literarischen Arbeiten mit dem Schicksal der jüdischen Bevölkerung in ihrer Ortschaft

  • Im Jahr 2013 hat eine Schülergruppe aus Izbica die Gedenkstätte Auschwitz besucht. Das Bildungswerk S.H. hat diese Fahrt finanziell ermöglicht

  • Im Jahr 2003 haben wir durch finanzielle Unterstützung Schülern von Izbica ermöglicht, die Gedenkstätte Sobibor zu besuchen und dort einen Gedenkstein zur Erinnerung an die jüdische Bevölkerung Izbicas aufzustellen.

Auch in der Zukunft möchten wir den Schülern und Schülerinnen der Ortschaft Izbica ermöglichen, sich über die jüdische Vergangenheit ihrer Umgebung zu informieren und der ermordeten jüdischen Nachbarn zu gedenken. Das polnische Schulsystem gibt jedoch keinen Rahmen vor, der dieses inhaltlich wie finanziell ermöglichen würde. Jede Initiative in diese Richtung geht also auf das private Engagement einzelner Lehrerinnen oder der Schulleitung Izbicas zurück. Eine finanzielle und moralische Unterstützung unsererseits schafft hier die Voraussetzungen und Möglichkeiten einer solchen Arbeit. Eine langfristig angelegte Zusammenarbeit mit dem Maria-Konopnicka-Schulzentrum betrachten wir als einen wichtigen Beitrag dafür, dass die dramatischen Ereignisse während der deutschen Besatzung und ihre Opfer nicht in Vergessenheit geraten. Zu den Aktivitäten, die wir in Zukunft finanziell ermöglichen wollen, gehört u.a. ein jährlicher Besuch der Schüler Izbicas in den Gedenkstätten Sobibór und Bełżec.

Für das Jahr 2014 haben Lehrerinnen des Maria-Konopnicka-Schulzentrums nun in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk erneut einen Schulwettbewerb ausgeschrieben. In historischen, literarischen und künstlerischen Arbeiten beschäftigen sich Schüler und SchülerInnen mit dem Thema der Deportation der jüdischen Bevölkerung von Izbica in die Vernichtungslager. Die ersten Preise wurden auf unserer jährlichen Reise zur Aktion Reinhardt im Oktober 2014 überreicht, die Ergebnisse sollen publiziert werden. Schließlich haben wir gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen die Gedenkstätte Bełżec besucht.

belzec rundgang
Gemeinsamer Rundgang in der Gedenkstätte Belzec
Mehr Informationen dazu hier

 

Für unsere Zusammenarbeit mit der Schule von Izbica brauchen wir finanzielle Unterstützung. Das Geld solldie konkrete Arbeit vor Ort ermöglichen und verstärken. Deswegen möchten wir alle, die diese Initiative unterstützen möchten, um Spenden bitten.

Überweisungen bitte unter dem Stichpunkt „Izbica 2014“ an:

Bildungswerk Stanislaw Hantz
Kasseler Sparkasse (BLZ 52050353)
Konto-Nr. 1071371
IBAN DE88 5205 0353 0001 0713 71
BIC HELADEF1KAS

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Termine
Bildungsreise Ghetto Litzmannstadt/Kulmhof 08.09.2017 - 12.09.2017 — Lodz
Bełżec, Sobibór, Treblinka - die vergessenen Mordlager des Holocaust 30.09.2017 - 07.10.2017 — Lublin
"Annäherung an Auschwitz" 11.05.2018 - 15.05.2018 — Auschwitz
Der Holocaust in Litauen 20.05.2018 - 26.05.2018 — Vilnius
Eine Reise nach Treblinka zum 75. Jahrestag des Aufstands 01.08.2018 - 04.08.2018 — Siedlce, Treblinka
Kommende Termine…