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„Auf Transport in den Osten …“ Bildungsreise nach Izbica/Polen

Izbica ist eine kleine Stadt im Osten von Polen. Die Stadt war ein Ort des Holocaust. Von hier wurden Juden und Jüdinnen in den Tod geschickt Ein Platz in die Geschichtsbücher des Holocaust hat die Stadt bis heute nicht gefunden. Aus deutschen Ortschaften, Städten und Landkreisen (u.a. Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg) wurden etwa 7500 Juden und Jüdinnen nach Izbica verschleppt. „Auf Transport in den Osten“ - wie es damals genannt wurde. Im Atlas der Ermordung der europäischen Juden ist der Ort Izbica auch in Deutschland immer noch ein weißer Fleck.
Wann 23.04.2020 um 09:35 bis
26.04.2020 um 17:35
Wo Izbica
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 Nürnberg, Bahnhof Märzfeld

Im Jahr 1942 wurden innerhalb weniger Monate etwa 20 000 Juden und Jüdinnen in die Ortschaft Izbica verschleppt. Sie kamen aus Österreich, dem Deutschen Reich, der Tschechoslowakei, Luxemburg und Polen. Für kurze Zeit lebten in Izbica Menschen von unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Klasse und weltlicher Bildung.

Heinrich Himmler und das Reichssicherheitshauptamt entschieden Anfang der 1940er-Jahre, Ortschaften im besetzten Polen zum Bestimmungsort für Juden aus West- und Mitteleuropa zu machen. Zwischen März und Juni 1942 verschleppten die Nationalsozialisten annähernd 21 000 Juden aus dem Deutschen Reich in die Transitghettos und Lager des Distrikts Lublin im Generalgouvernement. Des Weiteren wurden 14 000 Juden aus Theresienstadt, 6000 aus Wien sowie 40 000 aus der Slowakei in den Distrikt abgeschoben. Die Einrichtung der Transitghettos stand in unmittelbarem Zusammenhang mit der »Aktion Reinhardt«. Im Rahmen dieses Tötungsprogramms wurden drei Vernichtungslager – Belzec, Sobibor und Treblinka – gebaut, in ihnen wurden über anderthalb Millionen Juden ermordet.

Die Deportierten aus dem Ausland wurden bis Juni 1942 nicht unmittelbar nach ihrer Ankunft in die Gaskammern dieser Lager geschickt, sondern in Orten des Distrikts Lublin untergebracht. Dies waren »Umschlagstationen«, an denen die Ankommenden mit unmenschlichen Lebensbedingungen konfrontiert wurden und auf ihre Weiterfahrt in den Tod warten mussten. Der größte dieser Orte war Izbica. Die Deportierten kamen meist nur mit dem, was sie am Körper trugen, wurden vor Ort zu schwerster Arbeit verpflichtet, lebten unter schwierigsten hygienischen Bedingungen und ohne jede Möglichkeit eines Einkommens. Einquartiert wurden sie in bereits überfüllte Häuser, in denen teilweise über 20 Menschen in einem Zimmer hausen mussten.

Die Existenz der Transitghettos war von kurzer Dauer. Bereits nach einem halben Jahr wurden sie im Oktober und November 1942 aufgelöst und die Einwohner in den Mordlagern getötet.

Programm

Donnerstag, 23. April 2020

Anreise mit der Bahn von Berlin nach Lublin.

Freitag, 24. April 2020

Wir besuchen das Städtchen Izbica. Bei einem Stadtrundgang machen wir Station an Orten, die mit der Geschichte des Transitghettos verbunden sind. Zum Beispiel die Eisenbahnrampe an der die Juden und Jüdinnen angekommen sind bzw, in den Zug zu den Mordstätten Belzec oder Sobibor steigen mussten. Den Sitz des Gestapo. Das ehemalige Kinogebäude indem im November 1942 etwa 1.000 Juden und Jüdinnen über Tage ohne Versorgung eingepfercht wurden, bis sie auf dem jüdischen Friedhof erschossen wurden. Von dem Platz wo einst die Synagoge gestanden hat gehen wir weiter zum jüdischen Friedhof.

Das „Maria Konopnicka“ – Schulzentrum in Izbica bemüht sich um die Erinnerung an das jüdische Izbica. Seit 15 Jahren arbeitet das Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. mit dem „Maria Konopnicka“ – Schulzentrum zusammen. Bei einem Besuch der Schule werden wir die Erinnerungsarbeit der Schule kennenlernen und mit Lehrern wie Schülern über ihre Initiativen sprechen. Zusammen mit Schülern des „Maria Konopnicka“ – Schulzentrum werden wir den Menschen gedenken, die in Izbica getötet wurden .

Bei unserem Besuch von Izbica gibt es ausreichend Zeit das Städtchen auch individuell zu erkunden.

Samstag, 25. April 2020

Wir besuchen die etwa 110 Kilometer von Lublin entfernte Gedenkstätte Sobibor. Hier befand sich eine der drei Mordstätten der sogenannten Aktion Reinhard. Unter diesem Tarnnamen wurden von März 1942 bis November 1943 über 1,7 Millionen Juden und Jüdinnen mit Motorabgasen getötet. Allein nach Sobibor wurden in 18 Monaten mindestens 170.000 Juden und Jüdinnen verschleppt und nach ihrer Ankunft unmittelbar ermordet. Am 28. April 1943 werden die die letzten in Izbica lebenden Juden mit Lastwagen in das Mordlager Sobibor transportiert und in den Gaskammern getötet.

Bei einem Rundgang auf dem Gelände der ehemaligen Mordstätte wird über die verschiedenen Aspekte der Geschichte von Sobibor berichtet . Im Anschluss wollen wir gemeinsam an die Menschen erinnern und ihnen gedenken, die von Izbica nach Sobibor verschleppt und hier ermordet wurden.

Bei unserem Besuch der Gedenkstätte Sobibor gibt es ausreichend Zeit das Gelände auch individuell zu erkunden.

 Sonntag, 26. April 2020

Rückfahrt mit der Bahn von Lublin nach Berlin .

Organisatorisches

An- und Abreise

Wir bieten eine organisierte An- und Abreise Berlin – Lublin – Berlin mit der Bahn an. Es besteht auch die Möglichkeit einer selbstorganisierten, individuellen An- und Abreise.

Unterbringung:

Unsere Unterkunft in Lublin ist das Dom na Podwalu

Die Unterbringung erfolgt in Zweibettzimmern, gegen Aufpreis von 50 EUR ist die die Buchung eines Einzelzimmers möglich.

Anmeldungen:

Wir bitten um frühzeitige Anmeldung, da sonst die Teilnahme nicht garantiert werden kann.

Das Anmeldeformular kann hier heruntergeladen werden.

Der TeilnehmerInnenbeitrag beträgt 350,00 Euro. Im Teilnahmebetrag enthalten sind die Übernachtung, Vollverpflegung, An- und Abreise. Bei eigener Anreise nach Lublin, reduziert sich entsprechend der Teilnahmebeitrag. Die TeilnehmerInnen der Bildungsreise werden vom Veranstalter nicht kranken- und nicht reiseversichert.

Fragen zum Programm, Ablauf und Organisation der Veranstaltung beantwortet das Bildungswerk Stanisław Hantz e.V.:

Steffen Hänschen

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