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Bildungsreise Ghetto Litzmannstadt/Kulmhof

Die Geschichte des jüdischen Ghettos in Lodz (von den Nazis Litzmannstadt genannt), sowie das erste Vernichtungslager in Chelmno/Kulmhof stehen im Zentrum dieser Bildungsreise.
Wann 31.08.2018 um 07:00 bis
04.09.2018 um 14:00
Wo Lodz
Name
Kontakttelefon 02204 / 25819
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„Schon jetzt hört man immer wieder die dumpfe Frage: Wird je ein Mensch der Nachwelt sagen können, wie wir hier gelebt haben und gestorben sind?“
(Oskar Singer)

Das Getto von Łódź war das erste Großghetto, das die Nazis auf polnischem Boden errichteten, und es hatte am längsten Bestand. Erst im August 1944 wurde es als letztes jüdisches Getto aufgelöst und die bis dahin überlebenden Juden wurden nach Auschwitz deportiert.
In dem etwa 60 Kilometer von Łódź entfernten Dorf Chełmno errichteten die Nazis im Dezember 1941 das erste Vernichtungslager Kulmhof. Hier wurden vor allem die „arbeitsunfähigen“ Juden des Gettos Łódź und des „Reichsgaus Wartheland“ in Gaswagen ermordet.

An den ersten beiden Tagen (Samstag und Sonntag) dieser Reise durchwandern wir das ehemalige Gettogebiet und suchen Orte auf, die für die Geschichte des Gettos von Bedeutung waren. Dabei beschäftigen uns zunächst die Fragen:
Wie „funktionierte“ das Getto? Wie und warum wurde es errichtet? Wie begegnete die jüdische Gettobevölkerung der Bedrohung durch die Verelendung und dem allgegenwärtigen Hunger? Welche Rolle spielte (Schul-) Bildung und Kultur im Getto? Wie agierte die deutsche Gettoverwaltung und wie reagierten die Jüdische „Selbstverwaltung“, die jüdische Polizei (Ordnungsdienst) und die „Sonderabteilung“?

Besonders intensiv werden wir uns mit der Rolle des „Judenältesten“ Chaim Rumkowski und mit dem deutschen Gettoverwalter Hans Biebow auseinandersetzen, denen es gelang, das Getto zu einem für die Wehrmacht attraktiven Rüstungsbetrieb zu machen und es somit bis August 1944 zu erhalten.
Am zweiten Tag werden wir uns mit der Zeit der Deportationen in die Vernichtungslager beschäftigen. Welche Entwicklungen führten zu den Vernichtungsaktionen der deutschen Täter? Wie reagierten die jüdische Bevölkerung und die jüdische Verwaltung im Getto? Was wussten die Menschen über die Vernichtung zu unterschiedlichen Zeitpunkten? Wie war das Schicksal der 5.000 ins Getto deportierten burgenländischen Roma? Welchen Widerstand gab es im Getto?

Sieben Tagebücher von jüdischen Autoren begleiten uns in diesen Tagen und geben uns einen unmittelbaren Eindruck vom Leben und Sterben im Getto.
Am dritten Tag (Montag) der Bildungsreise machen wir eine Busrundfahrt nach Dobra, Koło (Warthbrücken) und nach Chełmno. Wir versuchen den Weg der Opfer in das Vernichtungslager nachzuvollziehen. In Chełmno beschäftigen wir uns mit den Tätern und ihrem „Alltag“, sowie mit dem Ablauf der Vernichtungsaktionen im sogenannten „Schloss“ und im „Waldlager“. Dort endet unser Programm mit einem Gedenken an die Opfer.

Details zur Reise nach Łódź 31. August – 4. September 2018

Das voraussichtliche Tagesprogramm:

Freitag, 31.8.2018

Anreise:

Wir reisen mit der Bahn von Berlin nach Łódź. Unser Zug fährt morgens am Berliner Ostbahnhof ab. Für die Verpflegung während der Anreise müssen die TeilnehmerInnen selbst sorgen. Abends gibt es ein gemeinsames Essen in Łódź.

Am Abend wird es eine Einführung in das Reiseprogramm und in die Geschichte des Gettos Litzmannstadt geben.

Samstag, 1.9.2018

Wir bewegen uns auf dem Gebiet des ehemaligen Gettos, und suchen Orte auf, die für bestimmte Aspekte der Gettogeschichte repräsentativ sind.

Im Besonderen beschäftigen wir uns mit den Menschen, die im Getto gefangen waren. Wie bewältigten sie ihr Leben unter den grausamen Umständen? Was konnten sie dem Gettoalltag entgegensetzen? Welche kulturellen, politischen, religiösen Aktivitäten gab es? Im Zentrum steht dabei besonders auch die Rolle des Judenrates unter Chaim Rumkowski, des jüdischen Ordnungsdienstes unter der Leitung von Leon Rozenblat, sowie der „Sonderabteilung“ unter Dawid Gertler.

Auch mit den Tätern werden wir uns auseinandersetzen, und hier besonders mit dem deutschen Gettoverwalter Hans Biebow, dem es in Zusammenarbeit mit dem „Judenältesten“ Rumkowski gelang, das Getto zu einem für die Wehrmacht attraktiven Rüstungsbetrieb zu machen und es somit bis August 1944 zu erhalten. Wie war sein Verhalten gegenüber den Juden? Was waren seine Motive?

Am Nachmittag besuchen wir das Centrum Dialogu und den Park der Überlebenden in Lodz.

Sonntag, 2.9.2018

Auch am zweiten Tag bewegen wir uns durch das ehemalige Getto. An diesem Tag werden wir uns besonders mit der Zeit der Deportationen in die Vernichtungslager beschäftigen.

Welche Entwicklungen führten zu den Vernichtungsaktionen der deutschen Täter? Wie reagierten die jüdische Bevölkerung und die jüdische Verwaltung im Getto? Was wussten die Menschen über die Vernichtung zu unterschiedlichen Zeitpunkten? Wie war das Schicksal der 5.000 ins Getto deportierten burgenländischen Roma? Welchen Widerstand gab es im Getto?

Abschließend besuchen wir den ehemaligen Verladebahnhof Radegast – von dort gingen die Deportationszüge nach Chełmno und nach Auschwitz – sowie den jüdischen Friedhof, auf dem über 40.000 Opfer des Gettos begraben sind.

Montag, 3.9.2018

Mit dem Bus fahren wir nach Dobra (bei Turek). Leon Weintraub ist es zu verdanken, dass es hier wieder einen jüdischen Friedhof und einen würdigen Erinnerungs-Ort gibt.

Danach führt uns unser Weg in das kleine Städtchen Koło/Wartbrücken. Auch hier existierte ein jüdisches Getto. Deren Bewohner gehörten zu den allerersten Opfern des nahegelegenen Vernichtungslagers Chełmno. Wir versuchen den (Leidens-)Weg der Opfer bei ihrer Deportation nach Chełmno nachzuvollziehen.

In Chełmno besichtigen wir den Ort, in dem das „Schloss“ stand. Hier wurden die ankommenden Menschen in Gaswagen ermordet. Hier lebten auch die Täter des Mordkommandos.

Danach fahren wir zur Gedenkstätte im ehemaligen „Waldlager“. Dort wurden die Leichen der Ermordeten vergraben, später in primitiven Krematorien verbrannt.

Nach unserer Rückkehr in unser Hotel in Łódź findet abschließend eine Reflexions- und Diskussionsrunde statt.

Dienstag, 4.9.2018

Rückreise mit der Bahn nach Berlin.

Organisatorisches:

Anreise

Es wird eine gemeinsame An- und Abreise per Bahn von Berlin nach Łódź organisiert. Die Kosten dafür sind nicht im Teilnehmerbeitrag erhalten. Zeiten und Preise werden später veröffentlicht. Natürlich ist es auch möglich, seine Anreise privat zu organisieren.

Krankenversicherung, Reiseversicherung

Die Teilnehmer der Bildungsreise sind vom Veranstalter nicht krankenversichert und nicht reiseversichert.

Unterbringung

Wir wohnen in Łódź im Hotel Grand. Dieses liegt in der Łódźer Prachtstraße Piotrkowska.

Verpflegung

Im Hotel erhalten wir Frühstück und Abendessen. Die Teilnehmer werden gebeten, sich mittags (und auch während der Anreise und Rückfahrt) selber zu verpflegen (was in Łódź in den vielen Läden, Supermärkten und preisgünstigen Restaurants auch problemlos möglich ist).

Teilnehmerbetrag

Der Teilnehmerbeitrag beträgt 330,00 € (bei Unterbringung im Doppelzimmer).

Der Preisaufschlag für ein Einzelzimmer beträgt 90,- €.

Im Teilnahmebeitrag enthalten sind Übernachtung, Frühstück, Abendessen, Busfahrten, Straßenbahnfahrten, Kosten für Führungen, Eintritt, etc.

Der Teilnehmerbeitrag muss bis zum 01. Juli 2018 überweisen werden:
Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V.,
IBAN DE88 5205 0353 0001 0713 71
BIC HELADEF1KAS

Teilnehmer

Die Teilnehmerzahl für die Reise beträgt mindestens 10, maximal 20 Personen.

Anmeldeschluss

Anmeldeschluss ist der 1.7.2018 (zwei Monate vor Reisebeginn).

Weitere Informationen, Fragen...

Fragen zum Programm, Ablauf und Organisation der Bildungsreise beantwortet:

Roland Vossebrecker (02204 / 25819)
vossebrecker@bildungswerk-ks.de

Zum Anmeldeformular geht es hier

abgelegt unter:

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Termine
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Der Holocaust in Litauen 20.05.2018 - 26.05.2018 — Vilnius
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