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Fahrt zur Gedenkfeier anlässlich des 75. Jahrestages des Aufstandes in Sobibor

Am 14. Oktober 1943 organisierten die Gefangenen im Mordlager Sobibor einen Aufstand, ihre einzige Möglichkeit, dem Mord durch die SS- und Trawniki Männern im Lager zu entgehen.
Wann 12.10.2018 um 09:45 bis
15.10.2018 um 16:45
Wo Lublin
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Von Beginn Mai 1942 bis Oktober 1943 wurden mindestens 170.000 Menschen in den Gaskammern von Sobibór ermordet. Nur wenige Gefangene wurden aus den ankommenden Deportationszügen ausgesondert um im Lager zu arbeiten. Jeden Tag waren sie mit dem Tod konfrontiert. Mehrere Fluchtversuche misslangen, wurden entdeckt oder verraten, nur einzelnen Gefangen gelang in wenigen Fällen die Flucht. Doch der Aufstand am 14. Oktober war minutiös geplant. Mehrere Wachmänner wurden unter einem Vorwand in die einzelnen Baracken gelockt und getötet. Die Gefangenen besorgten sich Waffen und Werkzeuge. Bei diesem Aufstand gelang es ein paar hundert Gefangenen aus dem Lager zu flüchten. Doch auch dies hieß für sie weiterhin um ihr Überleben zu kämpfen. Nur etwas mehr als 50 Menschen konnten die Zeit des Krieges überleben.

Da sich dieses Ereignis am 14. Oktober 2018 zum 75 . mal jährt, organisiert das Bildungswerk eine viertägige Reise vom 12.10.-15.10.2018 nach Sobibór. Über eines der Durchgangsghettos im ehemaligen Distrikt Lublins, werden wir uns auf die Spuren der Menschen begeben, die im Mordlager umgekommen sind. Am 14. Oktober werden wir an den Feierlichkeiten zum Jahrestag des Aufstandes in Sobibor teilnehmen.

Programm

12.-15. Oktober 2018

12. Oktober

Anreise aus Berlin. WICHTIG: Momentan ist aufgrund unterschiedlicher Baumaßnahmen auf der Zugstrecke nach Lublin in Deutschland und in Polen nicht sicher, welche Verbindung wir nehmen werden.

Geplant ist eine Abfahrt in Berlin um ca. 6.30 Uhr, Ankunft in Lublin ca. 17.30 Uhr.

(Alternativ ist die eigene Anreise nach Warschau oder direkt nach Lublin möglich)

In Lublin folgt ein gemeinsames Abendessen und eine kurze inhaltliche Einführung.

13. Oktober

Wir besichtigen die ehemalige Mordstätte Sobibór, die im heutigen Dreiländereck Polen, Ukraine und Weißrussland liegt.

Auf dem Weg dorthin besuchen wir die Stadt Włodawa, knapp zwanzig Kilometer von Sobibór entfernt. Von den etwa 10.000 Menschen, die vor dem 2. Weltkrieg in Włodawa lebten, waren rund 7.000 Jüdinnen und Juden. Fast alle wurden nach Sobibór verschleppt und ermordet.

Am 24. Oktober 1942 mussten sich etwa 5.000 Jüdinnen und Juden auf dem Sportplatz von Włodawa sammeln und von dort aus zum Bahnhof marschieren. Sportplatz und Bahnhof werden Stationen unseres Besuches in Włodawa sein.

Anschließend fahren wir weiter in die Gedenkstätte Sobibor. Bis zum erfolgreichen Aufstand der jüdischen Häftlinge am 14. Oktober 1943 ermordete die SS im Lager Sobibór fast eine Viertelmillion Jüdinnen und Juden. Knapp 50 überlebende Häftlinge sind bis heute namentlich bekannt.

14. Oktober

Am Jahrestag des Aufstandes nehmen wir an der Gedenkveranstaltung in Sobibor teil. Der Ablauf wird erfahrungsgemäß erst wenige Wochen vorher konkret zeitlich festgelegt.

Im Anschluss fahren wir in ein Waldstück in der Nähe des kleinen Dorfes Zbereze – etwa zehn 10 Kilometer von Sobibor entfernt. Hierhin retteten sich sechs jüdische Häftlinge nach der Flucht aus dem Lager. Hier werden sie von deutschen Soldaten gestellt und zusammen mit Vater und Sohn Wenecki, den letzten Juden von Zbereze, werden sie erschossen. Die acht ermordeten Juden werden zusammen auf einem Feld verscharrt.

Der polnische Junge Jan hütet in der Nähe Kühe. Er hört die Schüsse. Tage später wagt er sich an den Ort zurück, wo man die Erschossenen vergraben hat. Er entdeckt die frisch aufgeschüttete Erde. In den folgenden Jahrzehnten wird aus dem einst freien Feld ein Wald und das Schicksal der dort verscharrten acht Juden ist vergessen.

Aber nicht für Jan. Das Wissen um die getöteten Juden und den Ort, wo ihre Leichen liegen, begleitet über die Jahre sein Leben. Als alter Mann spricht er mit der Rabbiner Kommission für jüdische Friedhöfe und offenbart sein Wissen.Gemeinsam mit der Kommission haben wir den Ort des Grabes mittlerweile markiert. Mit dem Gedenkstein soll den beim Aufstand in Sobibor geflohenen sechs Juden ihre Geschichte wiedergegeben werden.

An der Mordstelle der unbekannten Opfer werden wir als Reisegruppe die Möglichkeit zu einem stillen Gedenken haben.

Abend:

Für den Abend in Lublin bereiten wir zurzeit eine kurze Lesung im Rahmen einer deutsch-polnischen Veranstaltung im Teatr N.N. vor. Näheres dazu folgt.

15. Oktober

Rückfahrt nach Berlin. Abfahrt vermutlich gegen 8.50 Uhr, Ankunft in Berlin gegen 19 Uhr.

 

Unterbringung:

Unsere Unterkunft ist das Hotel Victoria

(ul. Prezydenta Gabriela Narutowicza 58/60, 20-016 Lublin)

Die Unterbringung erfolgt in Zweibettzimmern, gegen Aufpreis von 50 EUR ist die die Buchung eines Einzelzimmers möglich.

Anmeldungen:

Wir bitten um frühzeitige Anmeldung, da sonst die Teilnahme nicht garantiert werden kann.

Der TeilnehmerInnenbeitrag beträgt 310,00 Euro. Im Teilnahmebetrag enthalten sind die Übernachtung, Vollverpflegung (mit Ausnahme eines Abendessens am Sonntag), An- und Abreise. Bei eigener Anreise nach Lublin, reduziert sich entsprechend der Teilnahmebeitrag. Die TeilnehmerInnen der Bildungsreise werden vom Veranstalter nicht kranken- und nicht reiseversichert.

Fragen zum Programm, Ablauf und Organisation der Veranstaltung beantwortet das Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V.:

Netti Gerhardt

gerhardt@bildungswerk-ks.de

Dörnbergstraße 11, 34119 Kassel

abgelegt unter:

gedenkallee.jpg

 

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