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Gedenkstein in Tomaszów Lubelski

Am 13. Juli 2016 wurde in der ostpolnischen Stadt Tomaszów an dem Ort, an dem bis 1939 die Synagoge stand, ein Gedenkstein enthüllt. Das Bildungswerk Stanislaw Hantz unterstützte dies finanziell.

 

Das jüdische Viertel in Tomaszow wurde bereits in den ersten Kriegstagen 1939 bei Bombenangriffen zerstört. Die Stadt hatte zu dem Zeitpunkt einen bedeutenden Anteil an jüdischer Bevölkerung. Im Laufe der deutschen Besatzung wurden die ca. 5000 jüdischen Einwohner der Stadt ermordet. Die meisten von ihnen kamen im Mordlager Belzec ums Leben. Das Vernichtungslager Belzec befand sich in unmittelbarer Nähe der Ortschaft Tomaszow. Mit dem Denkmal am Ort der Synagoge der Stadt wurde das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg an die jüdische Bevölkerung gedacht. Die Stiftung "Porta Memoria" setzte die Aufstellung in Zusammenarbeit mit der Landsmannschaft der Juden aus Tomaszow um. Unter anderem ermöglichte das Bildungswerk Stanislaw Hantz die Aufstellung des Gedenksteins. Auf dem Stein ist in Polnisch, Hebräisch und Englisch der folgende Text zu lesen:

PAMIĘCI ŻYDÓW TOMASZOWSKICH
EKSTERMINOWANYCH W LATACH 1939-1943
PRZEZ NIEMIECKICH OKUPANTÓW

W POBLIŻU ZNAJDOWAŁA SIĘ SYNAGOGA Z DRUGIEJ POŁOWY XVII WIEKU,
SPALONA PRZEZ NIEMCÓW W 1939 ROKU,
A NASTĘPNIE ZBURZONA W 1940 ROKU.

In memory of the Jews of Tomaszów Lubelski,
exterminated in 1939-1944 by the German occupying
forces. The nearby 17th century synagogue
was burnt by German soldiers in 1939
and subsequently demolished in 1940.

 לזכרם של יהודי טומשוב  לובלסקי

אשר נטבחו  בשנים 1939-1943

על ידי הכובשים הגרמניים.

 בקרבת המקום עמד בית כנסת

שנבנה במחצית שנייה של המאה הי"ז,

נשרף על -ידי הגרמנים בשנת 1939

ונהרס בידיהם בשנת 1940

Landsmannschaft

Vertreter der Landsmannschaft der Juden aus Tomaszow in Israel. Zu der Einweihung des Steins waren sie angereist.

Eine Vertreterin der Stiftung Porta Memoria beschrieb, wie die Idee zur Aufstellung des Gedenksteins entstand:

Die Idee eines Gedenkens entstand im Kreis ehemaliger Bewohner der Stadt und ihrer Nachkommen, die sich in der Landsmannschaft der Juden aus Tomaszów in Israel organisieren

An das Leben und die Opfer des Holocausts an einem so wichtigen Ort, wie es die Synagoge war, zu erinnern, bezieht sich direkt auf den Gedanken, den
Adam Aptowicz hatte, ein jüdischer Überlebender aus Bochnia. Er formulierte dies so: Das Gotteshaus war schließlich das Zentrum des jüdischen Lebens. Es ist gleichzeitig auch ein Symbol der deutschen Verbrechen. Die Deutschen begannen ihren Völkermord nämlich mit dem Auslöschen der Religion. Bevor sie Menschen verbrannten, zündeten sie die Synagogen an. Heute sind bereits in ca. 100 Städten Polens Denkmäler oder eingemauerte Tafeln an den Wänden der geretteten Synagogen entstanden. In unserer Region sind die nächsten Beispiele eines solchen Gedenkens in Puławy, Zamośc und Jarosław zu finden.

Die
Stiftung Porta Memoria beschäftigt sich ihrem Statut nach mit der Aufgabe, das historische und kulturelle Bewusstsein und die Erinnerung an nationale, religiöse und ethnische Minderheiten zu verbreitern und zu pflegen.

Das Denkmal wurde an der
Anders-Straße aufgestelltdort wo sich einmal das jüdische Viertel in Tomaszów befand, das in den ersten Tagen im September 1939 zerstört wurde. Damals kamen viele Einwohner der Stadt um und die Bebauung brannte ab. Durch die Bombardierungen wurde auch die Synagoge von Tomaszów zerstört.

Zwei lokale Zeitungen, Rewizje und Kronika Tygodnia berichteten von der Einweihung des Steins. Hier sind die Artikel zu lesen (polnisch): 
Kronika Tygodnia und Rewizje Teil 1 / Rewizje Teil 2

 

gedenkallee.jpg

 

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