Bildungsreisen
Holocaust und jüdischer Widerstand in der Region Białystok
14 August @ 10:00 a.m. – 19 August @ 7:00 p.m.
Die Stadt Białystok im heutigen Nordosten Polens gehört zu den sehr selten besuchten Orten des Holocaust. Die Reise widmet sich der Geschichte und der Ermordung einer der größten jüdischen Gemeinden
Polens.

Vor dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion befanden sich fast 60.000 Jüdinnen*Juden in der Stadt Białystok, die seit September 1939 im sowjetisch besetzten Territorium Polens lag.
Am 27. Juni 1941 kam es mit dem Massaker an der großen Synagoge zu einem der ersten Massenverbrechen durch die deutsche Polizei, das zugleich den Auftakt für eine neue Phase des Holocaust markierte. Im bald danach eingerichteten Ghetto erhoben sich bewaffnete jüdische Gruppen im August 1943 gegen die finale Auflösung und die bevorstehende Deportation in das Mordlager Treblinka. Neben zahlreichen Orten in der Stadt selbst wird die Reise auch in das nahegelegene Tykocin sowie in die Gedenkstätte Treblinka führen.
Programm
Freitag – Anreise und Einführung
Ankunft: ca. 18.00 Uhr. Danach:
Gemeinsames Abendessen im Hotel und Programmvorstellung
Samstag – Jüdisches Leben und Holocaust in Białystok
Vormittags:
Zu Beginn der Reise widmen wir uns der Stadt Białystok als ehemaliges Zentrum des jüdischen Lebens in Polen. Rundgang durch das ehemalige jüdische Viertel der Stadt. Wir thematisieren den Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1939 und 1941 beispielhaft anhand von markanten Punkten wie der ehemaligen Synagoge oder dem Sitz deutschen der Zivilverwaltung.
Mittagspause
Nachmittags:
Am Nachmittag besuchen wir den jüdischen Friedhof an der ul. Wschodnia, der ein eindrucksvolles Zeugnis der Geschichte der jüdischen Gemeinde ist.
Anschließend fahren wir zum Gedenkort im Wald von Pietrasze (Fahrzeit 15 Minuten)
Pietrasze ist ein Ort eines Massakers an der jüdischen Bevölkerung direkt nach dem deutschen Einmarsch. Wir thematisieren die Rolle der deutschen Ordnungspolizei und blicken auf das Ausmaß der Morde in den Sommermonaten 1941 nach dem Überfall auf die Sowjetunion.
Abends
Film „Mir zeynen dor“ – Jüdischer Widerstand im Ghetto Bialystok.
Sonntag – Gedenktag zum Ghetto-Aufstand 1943
Wir nehmen an der offiziellen Gedenkveranstaltung am „Platz der Helden des Ghettos“ teil. Angepasst an den Ablauf und die Dauer der Gedenkveranstaltung beinhaltet unser Programm an diesem Tag noch:
– Einführung zur Geschichte und Entwicklung der Erinnerung. Polnische Geschichtspolitik in der Zeit des Kommunismus.
– Rundgang zur Geschichte des Ghettos und des jüdischen Widerstands. Welche Plätze waren mit dem Aufstand im Ghetto verbunden und was war der Kontext des aussichtslosen Kampfes der jüdischen Untergrundorganisation.
Montag — Holocaust in der Umgebung von Białystok
Vormittags:
Fahrt nach Tykocin. Besuch der Synagoge, die zu den bedeutendsten kulturellen Hinterlassenschaften des Judentums in Polen gehört. Thematisierung der Hintergründe zur jüdischen Kultur im Vorkriegspolen. Thematisierung Zusammenleben von jüdischer und nicht-jüdischer Bevölkerung in der Zwischenkriegszeit. Beteiligung der polnischen Bevölkerung an den deutschen Mordaktionen.
Mittagspause und eigene Zeit in Tykocin
Nachmittags:
Fahrt nach Łopuchowo. In einem nahegelegenen Waldstück wurden im Juli 1942 alle jüdischen Bewohner von Tykocin von deutschen Polizei- und SS-Einheiten ermordet.
Eventuell Weiterfahrt nach Jasienówka. In dieser Kleinstadt nördlich von Bialystok gibt es heute keinen Hinweis mehr auf die jüdische Geschichte des Ortes. Wir thematisieren die zweimalige Besatzung der Region durch die Rote Armee (bis Sommer 1941) und die Wehrmacht (im Juni 1941).
Von den Tagen des deutschen Einmarsches gibt es eine beeindruckende Foto-Dokumentation eines deutschen Propaganda-Fotografen. Thematisiert werden die Wirkung von Fotografien und die nötige kritische Betrachtung von Bildquellen. Wir besuchen Orte mit jüdischer Vergangenheit und erklären die Verbindung der zentralen Stadt Białystok mit den umliegenden kleinen Gemeinden und Ghettos in der Zeit der deutschen Besatzung.
Abends:
Abschlussplenum
Dienstag – Białystok und die Deportationen nach Treblinka
Vormittags:
Wir starten an der Sammelstelle der Deportationen aus Bialystok nach Treblinka. im Sommer 1943. Anhand von Zeugenberichten der wenigen Überlebenden rekonstruieren wie die Deportation von 34.000 Jüdinnen und Juden in das deutsche Mordlager.
Fahrt zur Gedenkstätte Treblinka.
Der Bahnhof von Treblinka
Was geschah an diesem öffentlichen Ort mit den Deportationszügen und wie verhielten sich die Anwohner? Wir thematisieren den Widerstand der Jüdinnen und Juden (Fluchten aus dem Zug, Verstecke).
Mittagspause vor Ort
Nachmittags:
Rundgang und anschließender Besuch der Gedenkstätte Treblinka. Wir thematisieren den Lageralltags aus Sicht der Gefangenen anhand von Zeitzeugnissen und blicken auf den Aufstand am 2. August 1943. Dem gegenüber stand der Lageralltag der SS- und Trawniki-Wachmänner. Weitere Fragen betreffen die Zeit nach dem Krieg: Wie führten die Überlebenden mit ihren Erinnerungen ihr Leben weiter? Die Gedenkstätte und das Museum – Gedenken und Erinnern nach 1945.
Weiterfahrt nach Warschau
Mittwoch – Abschluss und Rückreise
Auswertungsrunde der gesamten Fahrt. Was nehmen wir mit? Welche neuen Fragen sind aufgekommen?
Rückreise
An- und Abreise
Wir bieten eine organisierte An- und Abreise per Bahn (Gruppenticket) ab Berlin an. Es besteht auch die Möglichkeit einer selbstorganisierten, individuellen An- und Abreise.
Krankenversicherung, Reiseversicherung
Die Teilnehmer*innen der Bildungsreise sind vom Veranstalter nicht krankenversichert und nicht reiseversichert.
Unterbringung
Die Unterbringung ist im Doppelzimmer. Eine Unterbringung im Einzelzimmer ist gegen einen Aufpreis von 170,00 € möglich.
Teilnahmebeitrag
Der Teilnahmebeitrag beträgt 690,00 €. Im Teilnahmebeitrag enthalten sind Übernachtung, Frühstück, ein Mittag- bzw. Abendessen, An- und Abreise von Berlin-Hbf. Busfahrten. Kosten für Führungen, Eintritt, etc. Die Mindestteilnehmerzahl der Reise liegt bei 20 Personen. Nach Rücksprache ist ein reduzierter Reisepreis möglich, der durch Solibeiträge anderer Reiseteilnehmer*innen ermöglicht wird. Siehe dazu das Anmeldeformular.
Den Teilnahmebeitrag bitten wir auf das folgende Konto zu überweisen:
Bildungswerk Stanisław Hantz e.V.
Konto: 1071 371 bei der Kasseler Sparkasse (BLZ 520 503 53)
IBAN: DE88 5205 0353 0001 0713 71
SWIFT-BIC: HELADEF1KAS
Stichwort: Bialystok 2026
Fragen zum Programm, Ablauf und Organisation der Veranstaltung beantwortet
Mario Wenzel
Deutsch
Anmeldung bitte mit folgendem Anmeldeformular (PDF). Wir bitten um frühzeitige Anmeldung, da sonst die Teilnahme nicht garantiert werden kann.
Mario Wenzel
m.wenzel@bildungswerk-ks.de