
Anfang Oktober erklärten die deutschen Besatzer jene Stadtteile Warschaus, in denen die meisten Jüdinnen und Juden lebten, zum sogenannten jüdischen Wohnbezirk. Alle außerhalb dieses Bereichs lebenden jüdischen Einwohner*innen hatten innerhalb von sechs Wochen dorthin umzuziehen. Am 16. November 1940 wurde das mit Mauern und Stacheldrahtzäunen umgebene Ghetto offiziell als geschlossen erklärt. Infolge von Verschleppungen aus den umliegenden Landkreisen und aus dem Ausland (z. B. Berlin und Frankfurt) lebten Anfang 1942 mehr als 400.000 Menschen auf einem Areal von nur rund drei Quadratkilometern. Es war das größte Ghetto im deutsch besetzten Europa.
Am 22. Juli 1942 begannen die Verschleppungen von Jüdinnen und Juden aus dem Warschauer Ghetto in das Mordlager Treblinka. Allein bis Ende August 1942 wurden in den Gaskammern von Treblinka etwa 200.000 Warschauer Ghettobewohner*innen getötet. Als im April 1943 die letzten im Ghetto verbliebenen Menschen nach Treblinka verschleppt werden sollten, stellten sich Jüdinnen und Juden den Deutschen entgegen. Mit einem bewaffneten Aufstand wollten sie die Pläne der Deutschen durchkreuzen. Am 16. Mai 1943 meldeten die Deutschen die Niederschlagung des Aufstands und sprengten die Große Synagoge in Warschau.
Unsere Bildungsreise folgt den wichtigsten Stationen in der Geschichte des Warschauer Ghettos. Das aktuelle jüdische Leben in Warschau wird auch Thema sein. Wir werden den Anfang des 19. Jahrhunderts angelegten jüdischen Friedhof aufsuchen. Er gehört zu einem der größten in Europa. Zum Programm gehört ein Besuch des Jüdischen Historischen Instituts (JHI) und des Polin – Museum der Geschichte der polnischen Juden. Wir nehmen am „Marsch der Erinnerung“ am 22. Juli 2027 teil, der alljährlich vom JHI veranstaltet wird, zur Erinnerung an die nach Treblinka verschleppten Jüdinnen und Juden.
Mehr Informationen zu der Bildungsreise: info@bildungswerk-ks.de.